Moorentkusseln mal drei
Rückblick
Für eine naturnahe Entwicklung der Moore müssen sie regelmäßig "entkusselt", d. h. Gehölzaufwuchs entfernt werden. Der BUND Ammerland hat gemeinsam mit weiteren Ammerländer Naturschutzverbänden, der Moor Initiative Ammerland, dem Landkreis Ammerland und in einem Fall auch mit örtlichen Ortsbürgervereinen in drei Naturschutzgebieten an drei Terminen Hand angelegt an den Birkenaufwuchs, nämlich in den Barkenkuhlen im Ipweger Moor, im Engelsmeer und im Hollweger Moor.
Zur Stärkung hat der Landkreis Brötchen spendiert. Drei großartige und sehr erfolgreiche Aktionen auch mit tatkräftiger Unterstützung von Student*innen.
DANKE!!!
Neugierig? Lust mitzuhelfen? Unsere Entkussel-Einsätze findet ihr bei unseren Terminen.
Windkraft auf Moorböden – ein ungelöstes Dilemma
Im Landkreis Ammerland sind 25 Windparks geplant, darunter auch Standorte auf Moorflächen mit hohem Potenzial für Vernässung und Klimaschutzmaßnahmen. Die Errichtung von Windenergieanlagen (WEA) in diesen Gebieten könnte jedoch die empfindliche Stauschicht der Moore beschädigen und eine Wiedervernässung erschweren – ein wichtiger Aspekt für den natürlichen Klimaschutz.
Der BUND Ammerland, der NABU Rastede und die Moor Initiative Ammerland haben deshalb einen Antrag gestellt, Genehmigungen für WEA auf Moorböden vorerst auszusetzen. Ziel ist es, den Konflikt zwischen dem Ausbau erneuerbarer Energien und dem Schutz der Moore bewusster zu machen und Lösungen zu finden.
Rückfragen an Susanne Grube, susanne.grube(at)bund-ammerland.de
Antrag
Moratorium für die Genehmigung von Windenergieanlagen auf Moorstandorten aufgrund divergierender gesetzlicher Vorgaben
Den von uns verfassten Antrag finden Sie hier, die dazugehörigen Anlagen hier.
Was nach unserem Antrag auf einen Aufschub (Moratorium) der Genehmigungen von Windkraftanlagen auf vernässungsfähigen Moorböden geschah
Der Landkreis Ammerland hat MoorIA zu einem Gespräch eingeladen (Januar 2025). Es bestand Offenheit gegenüber den eingebrachten Bedenken. Ein Zurückstellen von vorliegenden Anträgen zur Errichtung von WEA sei aber rechtlich zunächst nicht möglich. Der Landkreis fordert indessen von Antragstellern ein zusätzliches Moorschutzgutachten zur Feststellung der Moorverträglichkeit.
Der Kreisausschuss für Landwirtschaft und Umwelt wird von der Verwaltung über unseren Antrag informiert (Februar 2025). Erste Moorschutzgutachten im Rahmen von Windpark-Planungen werden vorgelegt (März 2025). Die kritische Würdigung derselben werden von MoorIA eingereicht.
Im Rahmen des sachlichen Teilprogramms Windenergie wird speziell darauf hingewiesen, dass nicht alle (…) Moorgebiete außen vorgelassen werden können, da andernfalls die gesetzlich geforderten Flächenziele nicht erreicht werden können. Zitat: „Dem Landkreis ist die Bedeutung der Moore, vor allem vor dem Hintergrund des Klimaschutzes, bewusst und er setzt sich weiterhin für dessen Funktionen und die Umsetzung von Wiedervernässungsmaßnahmen ein.“
Der Landkreis hat mit Verantwortlichen im niedersächsischen Umwelt-Ministerium gesprochen, der Landesverband des BUND und MoorIA ebenfalls. Das Thema ist außerdem beim BUND-Landesverband in den Fokus gerückt. Auch andere Verbände haben das Thema aufgenommen und das Moratorium zur Diskussion angefordert.
Fazit:
- Problematik Windenergie auf vernässungsfähigem Moor wurde durch den Moratoriumsantrag deutlich in den Fokus gerückt
- Der Konflikt zwischen Erreichen von Klimazielen und Moorschutz wurde erkannt…
- …aber noch nicht gelöst
MoorIA beteiligt sich mit Stellungnahme an Fortschreibung des Landes-Raumordnungsprogramms
Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Fortschreibung des Landes-Raumordnungsprogramms (LROP) hat sich MoorIA mit einer Stellungnahme zu den Passagen, die das Thema Moor betreffen, am Verfahren beteiligt.
In der Stellungnahme werden die Vorteile der Einbindung des Moorbodenschutzes in die Raumordnung dargestellt und konsequent mit Formulierungsvorschlägen unterfüttert. MoorIA sieht in der Raumordnung die Chance einer besseren Steuerung und beschleunigten Umsetzung von Klimaschutz durch Moorschutz.
Die Stellungnahme findet sich hier.