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Kreisgruppe Ammerland

A20 - nicht mit uns!

Die geplante Ost-West-Autobahn A 20 soll - parallel zur vorhandenen Ost-West-Verbindung A 28 und A 1 - von Westerstede durch die Wesermarsch über Loxstedt und Bremervörde nach Drochtersen verlaufen. Dort soll sie an den geplanten Elbtunnel anschließen und an die ebenfalls geplante A 26. Nach neueren Angaben der Niedersächsischen Behörde für Straßenbau und Verkehr belaufen sich die Kosten für die A 20 derzeit auf 3,4 Milliarden Euro.

Die A 20 ist laut Bundesverkehrsministerium das umweltschädlichste Projekt des gesamten Bundesverkehrswegeplans. Rund 80 Prozent der Strecke führt durch größtenteils tiefgründige Moor- und Marschgebiete. Diese Böden speichern CO2. Allein für die Abschnitte 1 und 2 im Ammerland und der Wesermarsch werden 1,8 Mio. m³ Torf ausgehoben. Dadurch werden fast 450.000 Tonnen klimaschädliches CO2 freigesetzt - ohne dass dort auch nur ein Auto gefahren wäre. Der zusätzlich entstehende Verkehr, der durch die Transitstrecke angezogen würde, führt zu einem CO2-Ausstoss von 50.000 Tonnen. Zusätzlich. Pro Jahr. Außerdem werden 3.600 ha Fläche für die A 20 allein in Niedersachsen verbraucht. Fläche, die nicht mehr bewirtschaftet werden kann und die kein CO2 mehr binden kann. Kompensationsflächen sind darin nicht enthalten.

Die geplante A 20 bedroht zahlreiche europäische Schutzgebiete. Sie zerstört wichtige Niederungsgebiete und zerschneidet etliche verkehrsarme Lebensräume, die für den Erhalt der biologischen Vielfalt eine herausragende Bedeutung haben. Sie nimmt vielen gefährdeten Vogelarten den Lebensraum und greift in erheblichem Umfang in wertvolle Fledermausgebiete ein.

Die A 20 ist das Horrorprojekt des Nordwestens für die Natur, das Klima und die Menschen. Entgegen anderslautender Prophezeihungen ist aus regionalwirtschaftlicher Sicht nach wissenschaftlichen Erkenntnissen bestenfalls ein Nullsummenspiel zu erwarten. Zur Hinterlandanbindung verläuft die Ost-West-Autobahn in falscher Richtung, denn das Hinterland der Seehäfen liegt im Süden. Es gibt keine Verkehrsengpässe im Planungsraum, die eine A 20 lösen würde, sie ist entbehrlich. Deshalb setzt sich der BUND Ammerland für den Erhalt unserer Landschaft und Natur und gegen die A 20 ein und unterstützt die Klage gegen Abschnitt 1 im Ammerland.

Die Deutsche Umwelthilfe hat finanzielle Unterstützung der Gutachtertätigkeit im Rahmen der Klage gegen die A20 zugesichert.

Weitere und aktuelle Informationen sind vor allem hier zu finden:

www.A22-nie.de

http://www.kompendium-a20.de/

Vortrag "A 20 und Klimaschutz - geht das?"

Gut besucht, rege Diskussion im Jaspershof (Foto: W. Rudhart)

Rund vierzig Interessierte verfolgten am 17.10.2019 den Vortrag „Autobahn A 20 und Klimaschutz? Geht das?“. Susanne Grube, Vorsitzende der BUND-Gruppe, gab eine kurze Übersicht über den Planungsstand: „Die A 20 ist längst nicht so weit, wie viele denken. Für die elf Abschnitte in Niedersachsen gibt es erst für einen einzigen eine Baugenehmigung und die sei nicht vollziehbar, weil sie beklagt wird.“ Mit Blick auf die klimaschädliche Wirkung der geplanten Autobahn stellte Grube fest, es sei noch Zeit zum Umdenken!

Grube zeigte auf, dass eine ungewöhnlich schnelle globale Erwärmung stattfindet, die nicht allein durch natürliche Ursachen erklärbar ist. Auch hier im Nordwesten ist der Wandel schon deutlich spürbar: In den vergangenen 60 Jahren nahm die Erwärmung bereits um knapp 1 Grad zu, die Obstblüte beginnt bis zu drei Wochen früher, was zu einer hohen Spätfrostgefahr führt. Es gibt bis zu 30 Prozent mehr Sommertage (mehr als 25 Grad Celsius) und die Zahl der Hitzetage (mehr als 30 Grad Celsius) hat sich verdoppelt. Die Winter sind deutlich wärmer und der Meeresspiegel in der Nordsee ist bereits um 20 Zentimeter angestiegen.

Zurzeit sind die Treibhausgasemissionen noch größer als im pessimistischsten Szenario des Welt-Klimarates angenommen und ist eine deutlich stärkere Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts zu erwarten. Die Folgen wären dramatisch und teilweise existenzbedrohend – insbesondere für Land- und Forstwirtschaft.

Seit den neunziger Jahren haben viele Bereiche ihre CO2-Emissionen senken können, ausgenommen der Verkehr: hier wurden die Emissionen überhaupt nicht reduziert.  Laut Bundesverkehrswegeplan wird die A 20 zusätzliche 50.000 Tonnen CO2 pro Jahr erzeugen. Außerdem verläuft die A 20-Trasse überwiegend durch Moorgebiete. Allein durch den Aushub des Torfes für die Route im Ammerland und in der Wesermarsch werden fast 450.000 Tonnen klimaschädliches CO2 freigesetzt – ohne dass dort auch nur ein Auto gefahren wäre. Rund 2.000 Hektar Land werden überbaut, die dann kein CO2 mehr binden können.

So lautete dann die Antwort auf die Frage „A 20 und Klimaschutz? Geht das?“ ganz eindeutig „nein“. Zum Schluss zeigte Grube klimafreundlichere Alternativen auf, wie Verlagerung von Gütern auf die Bahn und das Schiff, Stärkung des ÖPNV, Verwirklichung kleinräumiger und weniger klimaschädlicher Maßnahmen, wie die Herstellung von Überholstreifen an Land- und Bundesstraßen. Abschließend stelle Grube fest: „Es mangelt nicht an Erkenntnissen oder Alternativen, sondern es besteht ein Handlungsdefizit!“

Fazit: Ernst gemeinter Klimaschutz geht nur ohne A 20!

Über 200 Menschen bei der Mahnwache für den Erhalt von Friedrichsfeld

24. September 2018

Großer Zuspruch Mahnwache Friedrichsfeld (Foto: Manfred Schuster)

Am vergangenen Sonntag hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Kreisgruppe Friesland, zu einer Mahnwache gegen die Zerstörung von Friedrichsfeld aufgerufen. Über 200 Menschen waren dem Aufruf gefolgt und zeigten sich äußerst besorgt über die geplanten Maßnahmen auf dem ehemaligen Standortübungsplatz.

Thomas Coldewey, stellvertretender Vorsitzender des BUND Friesland, stellte die einzigartige Naturlandschaft von Friedrichsfeld dar. „Hier kommen Tier- und Pflanzenarten vor, die man sonst im nordwestdeutschen Raum nicht mehr finden kann“, schildert er den Sachverhalt. Ein Teil der geschützten und schützenswerten Biotope sollen für die Herstellung von Lebensraum für Wiesenvögel zerstört werden. Coldewey mahnte eindringlich, dass wir nur diese eine Welt hätten und sorgsam mit ihr umgegangen werden müsse. Die Zerstörung wertvollen Lebensraumes für gefährdete Arten zähle ganz sicher nicht zu einem verantwortungsvollen Umgang. „Es ist absurd, wertvollen Lebensraum zu vernichten, um anderen Lebensraum herzustellen“, so Coldewey weiter.

Manfred Schuster, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft ländlicher Raum Nord-West, stellte heraus, dass die A 20 für den nordwestdeutschen Raum überflüssig sei. „Die Niederlande und Rotterdam freuen sich, wenn die Deutschen ihnen eine Rennstrecke an den deutschen Seehäfen vorbei baut“, sagte Schuster. Die deutschen Häfen hätten den Schaden. Mit Blick auf die massiven Straßenschäden dieses Sommers wäre es dringlicher, die Straßen im hiesigen Raum zu sanieren.

Susanne Grube, Sprecherin des Schutz- und Klagefonds gegen die A 20, stellte den Zusammenhang zwischen den Maßnahmen in Friedrichsfeld und der A 20-Planung her. Sie skizzierte den langen Weg vom Beginn der Planung bis zur Baugenehmigung. Grube appellierte an die Zuhörer, in ihrem Protest nicht nachzulassen und warb um finanzielle Unterstützung für die Klageverfahren.

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